Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett …

… und ich auch nicht. Krimis sind meine Leidenschaft. Kein Abend vergeht, an dem ich nicht ein paar Seiten eines Krimis im Bett lese und  ich geb’s zu, manchmal grusle ich mich auch fürchterlich. Wie gut, dass Einstein bei mir im Bett schläft und er mich bewacht.

Ich weiß nicht, wann sich meine Leidenschaft für Krimis, egal ob Buch, Film oder Hörspiel entwickelt hat. Ich führe es darauf zurück, dass ich davon ausgehen darf, dass so ein klitzekleiner Mord in meinem Leben eher nicht passieren wird und trotz der vielen bösen Dinge in der Welt habe ich mir irgendwie das Gute im Menschen bewahrt, so dass diese Geschichten für mich mehr oder weniger Phantasiegeschichten sind.

Inzwischen ist mein Bücherregal gut mit Krimis bestückt und es steht reichlich Auswahl zur Verfügung. Am meisten mag ich Serien und am schönsten sind die Bücher, die in einer bestimmten Gegend spielen. Super ist das natürlich, wenn mir die Gegend auch noch bekannt ist.

Ich wohne ja hier in Niederbayern und auch wir besitzen eine ziemlich bekannte Krimiautorin, die hier ganz in meiner Nähe wohnt, Jutta Mehler. Die Krimis spielen in Deggendorf, Passau oder auch im Bayrischen Wald. Die Hauptdarstellerin Fanni Rot wohnt quasi in meiner Nähe und gäbe es sie wirklich, würden wir sicherlich zusammen ermitteln und hin und wieder eine Tasse Kaffee trinken. Es ist lustig, wenn sich die Hauptdarsteller aus diesem Buch in Kaffees und Schauplätzen treffen, die einem selber gut bekannt sind. Wenn ich hier durch Künzing fahre, muß ich jedes Mal daran denken, dass im Museum bereits ein fiktiver Mord statt gefunden hat und die Bäckerei, in der anschließend die konspirativen Treffen veranstaltet wurden, ist mir auch bestens bekannt. Ich bin da extra mal rein, um zu sehen, wie es in Wirklichkeit aussieht. Durch Künzing fahre ich immer nur durch, wenn ich auf dem Weg nach Passau bin. Ich hatte auch einmal das Vergnügen, eine Autorenlesung von Jutta Mehler zu besuchen.

Dann liebe ich die Palzki Krimis von Harald Schneider, die spielen in der Pfalz. Das ist inzwischen ebenfalls eine Serie von ungefähr 13 Bänden oder noch mehr. Ich gehe dann mit dem jeweiligen Kommisar ins Bett und verbringe oft halbe Nächte mit ihm auf Verbrecherjagd. Ein Kommissar ist sowieso laut Tante Poldi der Übermann schlecht hin. Also was will man mehr. Die Krimifiguren werden praktisch zu meiner Familie, mit der ich mich am Abend auf ein Pläuschen treffe.

Apropos Tante Poldi, das sind inzwischen 4 Bände, das ist sozusagen die italienische Miss Marple. Die ganzen Miss Marple Bücher von Agatha Christie habe ich natürlich auch, ganz zu schweigen von Hercuel Poirot aber zurück zu Tante Poldi. Auch sie ist eine bereits etwas ältere Dame in den besten Jahren, lebt seit kurzem in Sizilien und fällt nahezu in jeder Jahreszeit über eine andere Leiche. Die Bücher sind sehr ansprechend geschrieben und da es sich hier eher um spaßige Krimis handelt, natürlich eine entsprechend gute Bettlektüre, die kein Herzrasen verursacht.

Ich merke gerade, je länger ich hier schreibe um so mehr Krimiautoren fallen mir ein.

Sicherlich kennt ihr auch die Eberhofer Krimis von Rita Falk. Die Verfilmungen hierzu sind köstlich und ein „must have“ für jeden Niederbayern. Die Krimis wurden hier ganz in der Nähe gedreht und vor Kurzem haben wir erfahren, dass die Freundin meiner Tochter im Film mitgespielt hat. Sie hat uns erzählt, dass die Hauptdarsteller und sowieso die ganzen Schauspieler sehr nett sind. Sie hatte bei den Dreharbeiten wohl viel Spaß und freut sich bereits auf die nächste Verfilmung in der sie natürlich wieder dabei sein wird. Übrigens, derzeit liege ich mit dem Eberhofer und dem Birkenberger im Bett. Ich bin am späten Abend doch bereits ziemlich angeschlagen, so dass ich mir nie wirklich merken kann, wer jetzt wen warum und weshalb umgebracht hat. Deswegen habe ich das kostengünstige Vergnügen die Krimis öfters lesen zu können, weil ich mich schlichtweg nicht mehr an den Inhalt des Buches erinnern kann. Ich weiß, das spricht jetzt nicht so für mich, froh bin ich trotzdem, weil die Bücher ganz schön ins Geld gehen und der Platz geht mir inzwischen auch aus. Das Problem kennt ihr vielleicht auch, man hängt an seinen Büchern und die Trennung fällt ungemein schwer.

Kommissar Erik gehört zu meinen Lieblingen, von Gisa Pauly und Mamma Carlotta, ebenfalls eine rührige Italienerin, die ihre Familie auf Sylt besucht. Sie beeinflusst die Ermittlungen ihres Schwiegersohnes, des Herrn Kommissar, ganz entscheidend und nicht unbedingt zu dessen Freude.

Was mir bei all diesen Krimis auffällt, die Personen werden dermaßen gut beschrieben, so dass man direkt ein Bild der Personen vor dem inneren Auge hat. Kommissar Palzki ernährt sich sehr ungesund, so wie vermutlich andere auch, die stressige Berufe haben. Er kennt in seiner Stadt alle Imbissbuden und klappert die jeden Mittag ab. Alleine die Vorstellung, sich nur von Pommes, Hamburgern und Cola zu ernähren, produziert mir ein üppiges Magengeschwür. Ich habe das Gefühl, beim Lesen jedes Mal ein Pfund zuzunehmen, was zur Folge hat, dass ich mir jedes mal vornehme, vermehrt auf meine Ernährung zu achten. Die Tante Poldi zwitschert gerne einen, jetzt auch nicht unbedingt gesundheitsfördernd. Die Schwächen sind so nett und sympatisch beschrieben, dass es direkt in der Geschichte untergeht. Im richtigen Leben würde ich das alles sehr viel kritischer betrachten. So sagt man halt, na ja,  beim Lesen.

Überhaupt die Sache mit dem Essen, dem Eberhofer seine Leberkässemmeln lassen mir jedes Mal das Wasser im Munde zusammenlaufen, bei Tante Poldi bekomme ich einen mordshunger auf Pasta, Marzipan und die Gelüste nach einem frischen Espresso sind kaum zu unterdrücken. Beim Metzger wünscht man sich ebenfalls ein Glas Rotwein usw. und sofort. Das ist echt übel, was die alles Gutes zum Essen und Trinken haben.

Mein absoluter Lieblingskrimi ist die Metzgerserie von Thomas Raab. Der Restaurator Metzger ist der Hauptdarsteller in den Krimis, der immer wieder ungewollt in Mordserien verwickelt wird. Das ist es jedoch nicht alleine, die Art wie Thomas Raab schreibt und sich ausdrückt ist fantastisch. Die Art und Weise wie er die menschlichen Niederungen beschreibt, ist unvergleichlich. Ich frage mich, was man lernen müsste oder wieviel man üben müsste, um sich so gewählt auszudrücken und so gekonnt zu formulieren. Ich habe einen ähnlichen Schreibstil noch nie unter mein Monokel  bekommen. Auch hier gibts einige Bände. Bei manchen bin ich gezwungen, diese 2 x zu lesen, weil ich auf Anhieb die komplizierten Zusammenhänge nicht verstehe. Ich habe ja bereits erwähnt, dass ich Abends doch schon ziemlich müde bin aber beim Metzger müßte ich auch im wachen und fitten Zustand zweimal hinsehen, um alles richtig zu verstehen. Die Tiefe des Geschriebenen lässt sich nicht so leicht erfassen.

Und jetzt hätte ich beinahe die Kluftinger Krimis vergessen. Die finde ich absolut spitze. Spannend, skurril und abenteuerlich. Der geizige Kluftinger mit seinen vielen Macken ist einfach nur köstlich. Seine Frau Erika, sein Sohn mit seiner japanischen Frau und natürlich die Familie Langhammer, die er nicht ausstehen kann, der Herr Kluftinger. Am besten fand ich die Serie, als er mit der Familie Langhammer in einem Berghotel eingeschneit war. Ich konnte so gut nachfühlen, wie der Langhammer den Kluftinger bei den Ermittlungen genervt hat, die ganze Wichtigtuerei und das Drumrum, zum ins Knie schießen, um mal beim Krimi zu bleiben. Die Filme sind leider nicht so gut gelungen, das hätte sich gut und gerne ohne größeren Aufwand original getreuer verfilmen lassen. In den Filmen wird der Kluftinger direkt als Trottel hingestellt aber das stimmt so nicht, er ist halt ein verschrobener Kauz mit vielen Eigenheiten und vor allem einem hellwachen Verstand und der Begabung schnell zu kombinieren.

Vom Metzger gibt es im übrigen auch zwei Verfilmungen, ich hoffe immer noch auf Nachschub. Hier ist der Hauptdarsteller sehr gut gewählt worden, er entspricht den Vorstellungen, die ich mir aufgrund des Buches gemacht habe. Ist alles auch ein bisschen Geschmackssache. Genauso, wie die Oma vom ersten Eberhoferfilm, die hat einfach nicht gut gepasst.

So, das wärs jetzt mal zu Sachen Krimi mit Mimi, ich habe natürlich noch viele Krimis mehr. Das war jetzt nur ein kleiner Auszug zu meinen blutrünstigen Gelüsten. Was ich allerdings gar nicht mag, sind Entführungen, das vertrage ich nicht wirklich gut. Die Vorstellung, einem bösartigen Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein mag ich nicht. Da ist mir eine Wasserleiche schon lieber 🙂

Liebe Grüße

Eure

TOSCAminnis

 

PS: Habe ich schon erwähnt, dass ich beim Nähen die Krimis natürlich als Hörbuch nebenher laufen lasse. Tante Poldi ist derzeit mein Favorit.

Veröffentlicht am 23. September 2019.


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