Das ging gerade noch gut

Ringelnatter

Meine beiden Katzen sind die weltbesten Mäusefänger hier in der Gegend. So wie andere Leute ihre Geweihe als Trophäen an die Wand hängen, bringen mir meine Katzen die erlegte Beute – meist als Frühstück – nach Hause präsentiert sie mir regelmäßig auf meinem weißen Teppich im Wohnzimmer.

Ich hatte bisher das Glück, dass Sonja die Überreste zuerst gefunden hat und für eine diskrete Entfernung sorgte. Dieses Mal war es leider anders. Ich war alleine zu Hause und ohne Brille unterwegs. Inzwischen benötige ich meine Brille dringend, um genau sehen zu können. Na ja, es lag wieder ein Körperteil herum, das diesmal wie ein Rattenschwanz aussah, auf dem Teppich – wie ekelig. Bei der Entfernung desselbigen fängt es plötzlich an, sich zu bewegen – so ein Schreck. Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als kleine Ringelnatter.

Sie ist wirklich hübsch anzusehen. Es war noch ziemlich frisch morgens, so dass die Natter wohl noch keine „Betriebstemperatur“ hatte, was sie augenscheinlich auch vor einem größeren Schaden bewahrt hat. Die Schlange war unverletzt. Die Miezen haben sie wohl einfach nur gekidnappt. Auch nicht schön, aber besser als massakriert zu werden. Anders kann man es bei den Katzen wohl nicht nennen. Eine Eigenschaft der Katzen, die ich nicht schätze. Aber Natur ist halt Natur.

Die kleine Ringelnatter durfte in den Blumentopf auf unserer Terrasse umsiedeln. Interessant fand ich, wie sich die kleine Schlange in der Sonne aufgewärmt hat, wie das Blut durch ihren Körper pulsierte. Das dauerte keine 2 Minuten. Gleich anschließend hat sie das Weite gesucht und sich im dichten Grün der Terrasse verkrümelt. Wollen wir mal hoffen, dass es das letzte Kidnapping in dem kleinen Leben der Schlange war und sie glücklich und zufrieden in unserem Gartenparadies leben kann.

Liebe Grüße

Eure

TOSCAminnis

Veröffentlicht am 21. Mai 2020.


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