Unser Gassigehen an der Donau

Flusslauf Niederalteich

Wir leben in Niederalteich. Seit ich vor Jahren hier zu Besuch war, hatte ich den Wunsch hier leben zu dürfen. Und schon 35 Jahre später ging dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung. Wir wohnen in einem kleinen älteren Haus, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Fotos vom Garten habe ich hier im Blog ja schon öfters gezeigt. Ein weiterer sehr schöner Lebensraum ist unsere Donau. An einem Strom zu wohnen hat ein ganz besonderes Flair, das wir jeden Tag geniessen. Natürlich war das Hochwasser auch ein Teil dieses Lebens, das wir nie mehr wieder haben möchten. So etwas geht an die Substanz – aber wir mögen’s halt spannend.

Aber sei es nun wie es sei, der schönere Teil in diesem Leben findet jeden Tag statt und wir lieben es. Deswegen habe ich jetzt im Frühling ein paar Bilder für Euch gemacht, damit Ihr Euch die schöne Donau in Niederalteich ansehen könnt. Sie ist hier noch relativ ursprünglich. Die Bäume sind uralt, ich denke 200 Jahre kommen da gleich zusammen. Ein großer Teil steht unter Naturschutz. Trotzdem verschwinden immer mehr Bäume, weil sie alt sind und ihre Zeit vorbei ist. Leider werden keine nachgepflanzt, was ich sehr bedauere und viele andere auch. Alte Bäume strahlen unwahrscheinlich viel Kraft aus und oft denke ich mir, wie schön wäre es, wenn sie erzählen könnten was sie im Laufe ihres langen Lebens schon gesehen haben.

Ganz besonders sind die alten Kopfweiden. Ich bin mir nicht sicher aber ich glaube, sie waren früher die Lieferanten für die Korbwaren. Die Weiden werden alle paar Jahre zurück geschnitten, damit sie so erhalten bleiben, wie sie derzeit aussehen. Auch die anderen Bäume sind wunderschön und ich bin immer wieder von den vielen besonderen Wuchsformen beeindruckt. Leider mussten auch viele Bäume den Hochwassermaßnahmen weichen. Ein unersetzlicher Verlust.

Wir gehen schon sehr lange an der Donau spazieren und müssen mit großem Erschrecken feststellen, dass der Wasserstand Jahr für Jahr weniger wird. Im Sommer ist an der tiefsten Stelle nur mehr eine Fahrrinne von 1,70m – man könnte praktisch aufrecht durchgehen, wäre da nicht die Strömung. Das sind Beobachtungen, die mir sehr zu denken geben. Die Trockenheit nimmt zu und ist beängstigend.

Jetzt ist es noch sehr schön, alles ist grün, die Bäume spriessen und die Löwenzähne schicken ihre Schirmchen auf die Reise. Löwenzähne werden zwar allgemein als Unkraut bezeichnet. Ich finde man tut ihnen unrecht, die Blumen sind schon so eine herrliche Pracht und die Pusteblumen sind von einer unvergleichlichen Zartheit.

Einstein liebt die Donau auch sehr. Wenn er es wieder einmal geschafft hat auszubüchsen, was einmal wöchentlich vorkommt, ist er mit Sicherheit an der Donau unterwegs.

Niederalteich hat eine sehr alte Geschichte, das geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die alten Fotos sind wunderschön, ich hätte nichts dagegen, wenn es heute noch so aussehen würde wie damals. Ein paar alte Häuser sind noch übrig geblieben, die im ganzen Dorf verstreut sind. Die Basilika ist der Anziehungspunkt, das mit recht. Sie ist wunderschön und ich freue mich jeden Morgen, wenn ich um 5.00 Uhr morgens die Glocken höre, auch deswegen, weil ich noch 2 Stunden liegen bleiben darf. Im Sommer ist das besonders schön. Das erinnert mich an den Film die „Lausbubengeschichten“ von Ludwig Thoma. Manchmal kann ich die Idylle dieses Filmes nachempfinden und das sind so Momente, in denen ich glücklich bin. Das i-Tüpfelchen sind die frisch eingezogenen Hühner und 2 Gockel – das Landleben ist perfekt und wir lieben das Gegacker und Gekrähe. Diese Illusion von Frieden und Beschütztheit. Ein Gefühl, das wir in der jetzigen Zeit eher nur mehr selten erleben dürfen. Auf dem nachfolgenden Foto ist übrigens unser Birnbaum zu sehen – richtig üppig wird es die kommenden Wochen und wir freuen uns schon sehr darauf.

Die Leute im Ort sind nett und wir halten es hier sehr gut aus, trotz Corona und Ausgangsbeschränkungen. An der Donau kann man sich gut aus dem Weg gehen und sie entschädigt für das eingeschränkte Leben. Im Grunde braucht man gar nicht mehr. Seit ein paar Tagen habe ich mir angewöhnt, bereits am Morgen mit Einstein Gassi zu gehen. Die Ruhe und Stille ist herrlich, das Wetter ist am Morgen wirklich richtig schön, während nachmittags schon wieder eine unerträgliche Schwüle herrscht, die Einstein und mir zu schaffen macht. Wie schön ist es, dass wir uns unsere Zeit so einrichten können, wie wir wollen. Ich glaube ich habe noch gar nicht erzählt, dass  ich seit Weihnachten letzten Jahres von zu Hause aus arbeite.

Sollte es irgendwann wieder einmal möglich sein, Urlaub zu machen, kann ich Niederalteich auf alle Fälle empfehlen. Es ist gemütlich, beschaulich und eine Reise wert.

Ich hoffe, die Impressionen haben Euch gefallen. Ihr dürft uns gerne ein bisschen um unsere Gassi-Strecke beneiden 🙂

liebe Grüße und eine gute Zeit

Eure

TOSCAminnis

Veröffentlicht am 6. Mai 2020.


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