Du möchtest eine Hose mit Gummibund nähen, hast aber noch nie einen solchen Bund gearbeitet? Vielleicht fragst du dich, wie das Gummi hineinkommt und ob du dir die Verarbeitung schon zutrauen kannst. Wir persönlich lieben den Gummizugbund, da man den Bund so aus dem gleichen Hosenstoff nähen kann und nicht extra Bündchenware braucht. Der Vorteil ist, dass Du immer farblich passenden Stoff da, da der Bund aus dem Hauptstoff deiner Hose genäht wird und kannst sofort loslegen, ohne vorher Einkaufen gehen zu müssen. Durch die 3 Gummibänder wird der Bund gerafft und sieht dadurch sehr lässig aus.
Wir zeigen dir jeden Schritt mit Fotos: vom Annähen des Stoffbunds über die drei Gummitunnel bis zum Einziehen der Gummibänder. So kannst du dir die Verarbeitung zuerst in Ruhe ansehen und einschätzen, ob du das Projekt angehen möchtest. Als Beispiel verwenden wir den Bund unserer Kinderhose Kim + Ben.
Was Du für den Gummibund brauchst
Für diese Bundvariante brauchst du folgende Materialien und Hilfsmittel:
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- Stoff für den Bund, passend zum Hosenstoff und zum verwendeten Schnittmuster.
- Gummiband, 1,5 cm breit* – drei Längen für die drei Tunnel; plane pro Band zunächst etwa die Taillenweite plus Zugabe zum Verbinden und etwas Reserve für die Anprobe ein.
- Passendes Nähgarn.
- Sicherheitsnadel oder Gummiband-Einziehhilfe*.
- Stecknadeln oder Stoffclips*.
- Handmaß*.
- Schneiderkreide oder Markierstift*.
- Nahttrenner*.
- Handnähnadel* zum Schließen der Einziehöffnungen.
Außerdem brauchst Du eine Nähmaschine und ein Bügeleisen. Wir nähen den Bund mit einer Overlock an. Das Bundteil schneidest Du nach deinem Schnittmuster zu; bei Kim + Ben sind die benötigten Nahtzugaben bereits enthalten.
Was Du vor dem Nähen wissen solltest
Du solltest Stoffe rechts auf rechts zusammennähen, Nahtzugaben einhalten und Linien gleichmäßig absteppen können. Die Fotos führen dich durch die besondere Bundverarbeitung. Kim + Ben als vollständiges Hosenprojekt ist für Fortgeschrittene eingestuft, weil zusätzlich Taschen und Seiteneinsätze genäht werden.
Die gezeigte Technik passt zu einem Schnitt mit einem entsprechend, angesetzten Stoffbund. Verwende sie nicht ohne Anpassung für einen schmalen Bund, einen angeschnittenen Tunnelzug oder sichtbar aufgenähtes Gummiband. Bei Hosen ohne Verschluss muss bereits der Stoffbund weit genug sein, um über die Hüfte zu passen; bei dehnbarem Stoff zählt seine Dehnung mit. Das Gummi kann einen zu engen Stoffbund nicht weiter machen.
1. Stoffbund vorbereiten und den Einsatz annähen
Lege den Hosenbund der Länge nach zur Hälfte und bügle den Bruch ein. Klappe ihn wieder auf. Bei Kim + Ben trennst du an einem Ende ein 6 cm breites Stück ab. Dieses kleine Stück wird anschließend wieder eingesetzt. Die dabei entstehenden Nähte dienen später als Zugang zu den Gummitunneln. Wir haben uns für diese Verarbeitungsmethode entschlossen, da wir keine Ösen einschlagen wollten.

Nähe das Stück rechts auf rechts wieder an den langen Bundstreifen. Beim Bundteil von Kim + Ben sind die Nahtzugaben für diese Verarbeitung bereits berücksichtigt. Überträgst du die Technik auf ein anderes Schnittmuster, musst du die zusätzlichen Nahtzugaben einplanen, damit der Bund seine benötigte Länge behält.

2. Den Bund zum Ring schließen
Lege die kurzen Enden rechts auf rechts aufeinander und nähe den Bund zum Ring zusammen. Bügle die Nahtzugaben auseinander, damit die Verbindungsstellen möglichst flach liegen.

Falte den Bund wieder längs am eingebügelten Bruch. Die rechten Stoffseiten liegen jetzt außen, die offenen Längskanten aufeinander.

3. Die Tunnel für die Gummibänder absteppen
Zeichne die drei Stepplinien entsprechend dem Bundschnitt ein. In unserer Anleitung beträgt der Abstand 1,6 cm; eingezogen werden später 1,5 cm breite Gummibänder. Steppe die markierten Linien rundherum ab. Halte dich bei der Lage der Linien an die Nähanleitung, damit drei nutzbare Tunnel entstehen und die Nahtzugabe zum Annähen frei bleibt.

Teste vorab an einem doppelt gelegten Reststück, ob sich dein Gummiband durch den Tunnel schieben lässt. Sehr dicker Stoff oder ein abweichendes Gummiband können mehr Platz benötigen. Beim Absteppen führst du den Stoff gleichmäßig, ohne ihn zu ziehen.
4. Den Stoffbund an die Hose nähen

Markiere die Mitte des kleinen Einsatzes und die rückwärtige Mitte im langen Bundteil. Ordne diese Markierungen der vorderen und hinteren Mitte der Hose zu. Fixiere den Bund rechts auf rechts an der oberen Hosenkante: Die offenen Schnittkanten des doppelt gelegten Bundes treffen auf die Schnittkante der Hose.

Nähe den Bund mit der Overlock an (wenn Du keine Overlock hast, verwende einen overlockähnlichen Stich bei Deiner Nähmaschine. Achte darauf, beide Bundlagen und die Hosenkante zu erfassen. Klappe den angenähten Bund anschließend nach oben. Der kleine Einsatz sitzt bei dieser Verarbeitung in der vorderen Mitte.

5. Gummibänder ausmessen und zuschneiden
Miss die Taillenweite deines Kindes dort, wo der Hosenbund später sitzen soll. Lege das Gummiband zur Probe um die Taille: Es soll angenehm anliegen, ohne einzuschneiden, und sich zum Anziehen ausreichend über die Hüfte dehnen lassen. Eine pauschale Kürzung um einen festen Prozentsatz ist hier wenig hilfreich, weil Gummibänder unterschiedlich fest und dehnbar sind.
Schneide anschließend drei Gummibänder mit jeweils 1,5 cm Breite zu. Die Anleitung für Kim und Ben sieht als Ausgangsmaß die Taillenweite plus 1 cm Zugabe zum Zusammennähen der Enden vor. Lass die Bänder zunächst etwas länger, wenn du die passende Länge noch nicht sicher einschätzen kannst. Nach dem Einziehen kannst du den Sitz bei einer Anprobe prüfen und die Länge final anpassen.
6. Gummibänder einziehen und die Länge anpassen
Im Gegensatz zur Damenhose, sind bei der Kinderhose sind 3 Gummibänder für die Tunnel vorgesehen. Öffne auf der Innenseite an einer Einsatznaht jeweils nur ein kleines Stück innerhalb des betreffenden Tunnels. Trenne weder die äußere Bundlage noch die quer verlaufenden Steppnähte auf. Befestige eine Sicherheitsnadel am Gummiband und schiebe es durch den Tunnel. Alternativ kannst Du einen Einfädler für Gummizug verwenden.
Sichere das hintere Gummiende mit einer geschlossenen Sicherheitsnadel am Stoff außerhalb der Öffnung, damit es nicht im Tunnel verschwindet. Schiebe den Stoff in kleinen Abschnitten über die Einziehnadel und streiche ihn anschließend zurück. Ziehe nicht ruckartig. Wiederhole das Einziehen für alle drei Tunnel. Fixiere die Gummienden zunächst mit einer Nadel für die Anprobe.

Wenn die Nadel an einer Nahtstelle hängen bleibt, taste die Stelle von außen ab und führe sie vorsichtig darüber. Klemmt das Band im gesamten Tunnel, prüfe seine Breite und die Tunnelweite. Eine unpassende Tunnelbreite lässt sich nicht durch stärkeres Ziehen ausgleichen.
Verbinde nach der Anprobe die passend eingestellten Enden überlappend mit einem geeigneten Zickzackstich und berücksichtige dabei die vorgesehene Zugabe. Verteile die Kräuselung des Bundes gleichmäßig und schließe die kleinen Öffnungen auf der Innenseite mit Handstichen.
Vor dem Zusammennähen legst du die beiden Enden jedes Bandes flach nebeneinander und prüfst, ob sie ohne Drehung aus dem Tunnel kommen. Taste den Verlauf bei Bedarf ab. Nähe die Enden mit einer ausreichend haltbaren Überlappung zusammen; wenn dein Gummi mehr als die in der Anleitung vorgesehenen 1 cm benötigt, gib diese zusätzliche Länge schon beim Zuschneiden zu.
Bei der Damenhose Kim wird in den mittleren Tunnel eine Kordel oder Bindeband eingezogen – dazu auf der Aussenseite die kleine Naht links und rechts auftrennen. Hier kommen die Enden der Kordel heraus.

Kinderhose Kim+Ben – Kordelrichtlinie: Die Schleife ist nur Dekoration!
Aus Sicherheitsgründen werden bei der Kinderhose Kim + Ben drei Gummibänder eingezogen; ein durchgehendes Bindeband oder Kordel im mittleren Tunnel ist bei der Kinderhose nicht vorgesehen. Wenn du eine Schleife bzw. Fake-Kordel möchtest, binde sie aus einem kurzen Stück Band und nähe sie mittig als Dekoration fest an. Der Hosenbund, darf kein durchgehendes Bindeband haben, da die Kordel eingeklemmt werden könnte und das Kind ggf. schwere Verletzungen erleidet.

Dein nächstes Nähprojekt: die Hosen Kim und Kim + Ben
Du möchtest den Gummibund gleich an einer Hose nähen? Bei unserer Damenhose Kim und der Kinderhose Kim + Ben kommt diese Verarbeitung zum Einsatz. Mit ihren Seiteneinsätzen bieten dir die Schnittmuster außerdem Platz, um Stoffe und Farben zu kombinieren.
Schau dir vor dem Kauf die Nähanleitungen an. So siehst du, wie die gesamte Hose genäht wird, und kannst einschätzen, ob das Projekt zu deinen Nähkenntnissen passt.

Kim + Ben: bequem und mit Platz für Stoffideen
Ob beim Spielen, Toben oder Entspannen: Kim + Ben hat einen bequemen Gummibund und Bündchen an den Beinen. Mit den Seiteneinsätzen kannst du Lieblingsstoffe kombinieren – wie hier Grün mit Streifen. Das Schnittmuster gibt es in Größe 86–170.

Kim: näh dir deine neue Lieblingsjogginghose
Ein bequemer Gummizugbund, praktische Taschen und seitliche Teilungsnähte: Kim begleitet dich durch gemütliche Tage. Nähe sie Ton in Ton oder setze die Seiteneinsätze mit einem anderen Stoff in Szene. Das Schnittmuster gibt es in Größe 34–54.
Häufige Fragen zum Gummibund
Kann ich den Gummibund ohne Overlock nähen?
Ja. Nähe die Ansatznaht mit einem zum Stoff passenden Stich an der Nähmaschine. Für dehnbare Stoffe verwendest du einen geeigneten elastischen Stich. Versäubere die offenen Schnittkanten bei Bedarf mit einem Zickzack- oder Versäuberungsstich. Teste die Einstellung an einem Reststück.
Kann ich statt drei schmalen Gummis ein breites verwenden?
Das ist eine andere Bundvariante. Dafür brauchst du einen entsprechend breiten Tunnel und lässt die Unterteilungen weg. Prüfe vorher, ob Bundhöhe und Gummibreite zusammenpassen.
Was kann ich tun, wenn der fertige Bund drückt oder rutscht?
Prüfe zuerst die Länge aller drei Bänder und ob sie sich verdreht haben. Bei einem zu engen Bund kannst du längere oder weichere Gummis einsetzen. Sitzt er zu locker, kürze die Bänder nach einer Anprobe. Liegt das Problem am zu engen Stoffbund, reicht eine Änderung der Gummilänge nicht aus.

Hey, ich bin Silvi.
Ich bin der kreative Kopf hinter TOSCAminni und lebe mit meiner Tochter und unseren beiden Cocker Spaniels Napoleon und Louie im schönen Niederbayern.
Seit 2008 entwickle ich Schnittmuster und ausführliche Nähanleitungen, mit denen auch aufwendig wirkende Projekte Schritt für Schritt gelingen. Im Blog teile ich außerdem Ideen rund ums Selbermachen, Kochen, Backen und einen bewussten Alltag.
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen. Zur sprachlichen und redaktionellen Optimierung des Textes habe ich KI-Unterstützung verwendet. Sämtliche Inhalte wurden von mir persönlich geprüft, überarbeitet und freigegeben.

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